CO₂ – Bilanzierung

Die CO₂-Bilanzierung im Rahmen des Schulprojekts makingAchange ermöglicht es euch als Lehrer_innen und Schüler_innen, erstmalig eine CO₂-Bilanz eurer Schule zu erstellen!

An welche Zielgruppe richtet sich das Projekt?

Der Online-Kurs bzw. das Projekt richtet sich an Lehrer_innen und Schüler_innen ab der Sekundarstufe I an Schulen aller Typen in ganz Österreich.

Was bringt eine CO2-Bilanz für das Klima?

Eine CO₂-Bilanz ermöglicht es, die größten Emissionstreiber im Schulbetrieb zu identifizieren, daraus die effektivsten Klimaschutzmaßnahmen abzuleiten und – sofern sie in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird – die Wirksamkeit von Klimaschutzmaßnahmen zu messen.

Welchen Nutzen haben die beteiligten Schüler_innen?

Nicht nur das Klima, sondern auch die an der CO2-Bilanzierung beteiligten Schüler_innen profitieren: Sie…

  • lernen ihre eigene Schule besser kennen
  • sammeln Erfahrung bei der Erhebung von Daten
  • erkennen Potenziale für mögliche Klimaschutzmaßnahmen an der Schule
  • lernen mit der CO2-Bilanzierung ein Umweltmanagement-Instrument kennen, das immer mehr an Bedeutung gewinnt
  • sammeln Erfahrung mit Team- und Projektarbeit
  • schulen ihre didaktischen Fähigkeiten bei der Weitergabe ihres Wissens an nachfolgende Schüler_innen.

Wie funktioniert die CO2-Bilanzierung?

Im Rahmen der CO₂-Bilanzierung erhebt ihr für ein ausgewähltes BilanzjahrVerbrauchsdaten eurer Schule  in den Kategorien Energie (Strom, Wärme etc.), Mobilität und Materialverbrauch. Diese Daten gebt ihr dann in ein Excel-basiertes Tool (“ClimCalc”) ein, welches automatisch die Emissionen berechnet. Das kostenlos verfügbare Tool wurde von der Universität für Bodenkultur und der TU Graz mit einer Finanzierung des österreichischen Klima- und Energiefonds entwickelt.

Welche Unterstützung erhalten Schulen bei der CO2-Bilanzierung?

  • Online-Kurs: Das Kernelement des Projekts ist ein Online-Kurs, den die teilnehmenden Schulen eigenständig absolvieren können. Er umfasst Videoaufzeichnungen von Workshops (inklusive Slides), Erklärvideos und weitere unterstützende Unterlagen. Die flexible Abrufbarkeit der Videos und der Unterlagen ermöglicht eine nahtlose Integration der Bilanzierung in den Unterricht.
  • Online-”Fragestunden” mit Expert_innen von BOKU und TU Graz: Von Jänner bis Juni 2023 werden regelmäßig “Fragestunden” via Zoom angeboten. In diesen können Schüler_innen und Lehrer_innen Fragen, die im Zuge der Bilanzierung aufgetaucht sind, direkt mit Expert_innen von BOKU und TU Graz besprechen. Außerdem können sich in diesen Calls Schulen auch untereinander austauschen.
  • Online-Forum für den Austausch der Schulen untereinander: In einem Online-Forum können sich Lehrer_innen und Schüler_innen schulübergreifend austauschen, einander Fragen stellen und sich gegenseitig Tipps und Tricks geben. Schulen, die zum ersten Mal bilanzieren, profitieren dabei vom Know-how von Schulen, die im Rahmen des Projekts makingAchange bereits eine Bilanz erstellt haben.

Welche Workshops umfasst der Online-Kurs?

Kernbestandteil des Online-Kurses sind Videoaufzeichnungen zweier Workshops – zur CO2-Bilanzierung und zu Klimaschutzmaßnahmen an Schulen.

Der Workshop zur Bilanzierung beinhaltet die folgenden Elemente:

  • Basiswissen Klimawandel
  • Einführung in die CO2-Bilanzierung
  • Einführung in ClimCalc
  • Ablauf und Organisatorisches

Der Workshop zu Klimaschutzmaßnahmen behandelt die folgenden Themen:

  • Kritische Betrachtung des Konzepts Klimaneutralität
  • Die Bilanz als Ausgangspunkt für Maßnahmen
  • Erarbeitung einer Klimaschutzstrategie
  • Beispiele für mögliche Maßnahmen
  • Gestaltung des Transformationsprozesses

Welche sonstigen Materialien umfasst der Online-Kurs?

  • Aktuelles ClimCalc-Tool
  • Ausführliches Erklärvideo zu ClimCalc
  • Workshop-Folien
  • Frequently Asked Questions
  • Unterlagen zur Mobilitätserhebung

In welchem Zeitraum sollte die CO2-Bilanz im Rahmen des Projekts erstellt werden?

Teilnehmende Schulen sollten eine CO2-Bilanz im Zeitraum zwischen Jänner und Juni 2023 erstellen. Der Online-Kurs und das Online-Forum stehen ab Jänner 2023 zur Verfügung, die Online-Fragestunden werden im Zeitraum Jänner bis Juni angeboten. Wenn eine Schule für die Bilanzierung länger braucht, hat das für sie keine negativen Konsequenzen.

Ist es mit einer einmaligen CO2-Bilanzierung getan?

Um die Wirksamkeit von Klimaschutzmaßnahmen an der Schule zu überprüfen, sollte eine CO2-Bilanz in regelmäßigen Abständen erstellt werden – idealerweise jährlich, zumindest aber alle zwei bis drei Jahre. Wesentlich ist dabei die Weitergabe des erworbenen Wissens und der Erfahrung der beteiligten Schüler_innen an die “nächste Generation” von Schüler_innen.

Welche Voraussetzungen müssen Schulen für eine Teilnahme am Projekt erfüllen?

  • Es braucht eine Lehrperson, die die CO2-Bilanzierung der Schule koordiniert und die die Verantwortung für die Bilanzierung übernimmt.
  • Es braucht mindestens zwei interessierte Schüler_innen, die bei der CO2-Bilanzierung unterstützen. Ideal ist ein Kernteam von 3-4 Schüler_innen. Darüber hinaus können aber auch weitere Schüler_innen in die Bilanzierung mit eingebunden werden. Die Einbindung kann im Rahmen des Unterrichts oder auch im Rahmen einer unverbindlichen Übung erfolgen.
  • Die Schule sollte bereit sein, künftig in regelmäßigen Abständen unter der Einbindung von Schüler_innen eine CO2-Bilanz zu erstellen und den dafür notwendigen Know-How-Transfer der Schüler_innen untereinander zu gewährleisten.
  • Es muss die Bereitschaft bestehen, auf Basis der Erkenntnisse aus der CO2-Bilanz konkrete Klimaschutzmaßnahmen an der Schule umzusetzen.
  • Bereitschaft zur selbstständigen Teilnahme an der Wirksamkeitsanalyse 

Mit welchem Aufwand ist bei der CO2-Bilanzierung zu rechnen?

Für eine erstmalige CO2-Bilanzierung braucht es zusätzlich zur Mitarbeit der Schüler_innen und ihrer betreuenden Lehrperson(en) auch die Unterstützung anderer Akteur_innen an der Schule: Viele der Daten, die für die Bilanz erhoben werden müssen, liegen bei Schulwart_innen, in Sekretariaten, Direktionen oder bei anderen administrativen Stellen und wurden noch nie zuvor angefragt. Der Aufwand für die Bilanzierung hängt vor allem von der internen Organisation der jeweiligen Schule ab und davon, wie sehr die genannten Personen/Stellen bereit sind, mitzuarbeiten und das Bilanzierungsteam zu unterstützen. Ein starkes Commitment der Schulleitung zur Bilanzierung und eine klare Kommunikation dieses Commitments innerhalb der Schule kann dabei sehr unterstützend wirken.

Zu beachten ist außerdem, dass manche der benötigten Daten (vor allem jene zu Dienstreisen) dem Datenschutz unterliegen: Sie müssen vom Schulpersonal bzw. einer Lehrperson anonymisiert werden, bevor sie von Schüler_innen ausgewertet werden können.

Aus den genannten Gründen ist der Aufwand für die Bilanzierung erfahrungsgemäß von Schule zu Schule sehr unterschiedlich. Positiv auf den Organisationsaufwand der koordinierenden Lehrkraft wirkt es sich aus, wenn eine zweite Lehrperson am Projekt mitwirkt, wenn das Kernteam der Schüler_innen aus motivierten Freiwilligen besteht und wenn die beteiligten Schüler_innen aus möglichst wenigen unterschiedlichen Klassen kommen.

Fest steht: Mit jeder weiteren Bilanzierung sinkt der Aufwand, da Abläufe und Ablageorte dann bereits bekannt sind und weil Daten dann von vornherein gezielt in jenem Format erhoben bzw. dokumentiert werden können, das für die Datenauswertung am günstigsten ist.

Bekommen Schulen für die Teilnahme am Projekt eine Bestätigung?

Ja – Schulen, die bis Juni 2023 eine fertige CO2-Bilanz erstellt haben, erhalten ein Zertifikat von BOKU und TU Graz.

Welches Ziel verfolgt das Projekt?

Ziel des Projektes ist es, möglichst viele Schulen dabei zu unterstützen, eine CO2-Bilanz als Grundlage für weitere Klimaschutzmaßnahmen an der Schule zu erstellen und damit den Weg des Schulsektors in Richtung Klimaneutralität zu beschleunigen.


Bewerbung für das Schuljahr 2022/23

Teilnahmeberechtigt sind Schulen aus ganz Österreich aller Typen ab der Sekundarstufe I. Es können sich sowohl Schulen bewerben, die bereits zu diesem Themenbereich Projekte laufen haben, auch um diese auszuweiten, als auch Schulen, die erst beginnen, sich dem Thema zu widmen. Es wird begrüßt, wenn Schulen sich an mehreren Aktivitäten beteiligen, es ist aber auch möglich, sich nur für eine zu entscheiden. Die gemeinsame Bewerbung mehrerer Schulen, z. B. wenn sie einen Standort teilen, ist ebenfalls möglich.

Die Auswahl der geförderten Projekte erfolgt durch eine Jury, die sich aus Personen des makingAchange Projektteams und des BMBWF, sowie den Bildungsdirektionen zusammensetzt. Bei der Auswahl wird auf eine ausgewogene geographische Verteilung und die Einbindung möglichst unterschiedlicher Schultypen geachtet. Bewerbungen mit klaren Konzepten für eine Fortführung der Aktivitäten über die Projektlaufzeit hinaus werden bevorzugt berücksichtigt. Für die CO2-Bilanzierung wird in diesem Schuljahr von einer Auswahl durch die Jury abgesehen.

Für eine Teilnahme ist nur eine Anmeldung via Online-Formular erforderlich.


(c) Mitja Kobal

Für weitere Informationen stehen Joachim Thaler (Foto: Mitja Kobal) und

Vivienne Pirker von der Universität für Bodenkultur (BOKU) sowie

Barbara Truger von der TU Graz gerne zur Verfügung!