Ausbildung zum Klima-Peer

Ziel der Klima-Peer Ausbildung ist es, die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit im schulischen Umfeld wie auch im Alltag wahrzunehmen und zu integrieren und somit zu einer nachhaltigen Veränderung unserer Gesellschaft beizutragen. Neben der Wissensvermittlung durch Forscher_innen des CCCA geht es insbesondere darum, die Teilnehmer_innen zu befähigen, an ihrer Schule im Sinne des Peer-teachings und -learning tätig zu werden. Die Gruppe an Klima-Peers soll sich mit der Zeit stetig erweitern, gemeinsam Ideen schmieden und Aktionen erarbeiten können, die zu einem nachhaltigen Schulalltag beitragen.

Die Peer-Ausbildung zielt darauf ab, dass das erlernte Wissen der Peers an der Schule direkt angewandt und der Kreis der informierten, aktiven und motivierten Schüler_innen durch diese Peers stetig erweitert wird.

Für das Schuljahr 2021/2022 sind drei Ausbildungsstandorte vorgesehen: Ostösterreich, Südostösterreich und Westösterreich. Die Ausbildung der Klima-Peers selbst wird an vier Samstagen über das Schuljahr verteilt stattfinden. Die jeweiligen Ausbildungstage sind dem Flyer zu entnehmen. Sofern es mit der gegebenen Situation und den vorliegenden Maßnahmen möglich ist, wird die Ausbildung in Präsenz stattfinden; andernfalls werden wir online arbeiten.

Eine weitere Teilnahmemöglichkeit stellt die geplante Sommerwoche vom 29.8 – 3.9. 2021 dar. Die Sommerwoche ist eine zusätzliche Möglichkeit, Klima-Peers auszubilden. Anreise ist Sonntag Nachmittag auf eine Tiroler Alm. Von Montag bis Donnerstag findet die Klima-Peer Ausbildung statt, bei der auch Klima-Peers aus dem Schuljahr 20/21 dabei sein und unter anderem Erfahrungsberichte austauschen werden. Wir möchten auch hier unserem Peer-to-Peer Ansatz gerecht werden. Am Freitag nach dem gemeinsamen Frühstück wird die Rückreise angetreten.
Die Inhalte sind die gleichen wie bei der Ausbildung unter dem Schuljahr. Der Unterschied hier ist, dass die Ausbildung innerhalb einer Woche in den Sommerferien stattfindet, während die Ausbildung unter dem Schuljahr an vier Samstagen absolviert wird.

Kosten: Für die Peers werden sämtliche Kosten (Reise, Übernachtung, Verpflegung) vom Projekt übernommen. Es fallen somit keine zusätzlichen Kosten für die Teilnehmer_innen an.

Für die wissenschaftlich fundierte Entwicklung und Begleitung der Klima-Peer Ausbildung sind Dr. Thomas Schinko und Magdalena Tordy, MSc vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) verantwortlich. Weitere Wissenschafter_innen des CCCA sowie Partner_innen anderer Institutionen werden für wissenschaftliche Vorträge in den einzelnen Workshopsessions miteinbezogen.

Partner in der Programmentwicklung ist der Verein Welt der Kinder.

Für die Durchführung der Klima-Peer Ausbildung wurden weitere Kooperationen mit den Vereinen  beteiligung.st und dem Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark (in Folge UBZ) eingegangen. Welt der Kinder als auch beteiligung.st bringen die fachliche Expertise für Kinder- und Jugendbeteiligungsprozesse ein und das UBZ zusätzliche Unterstützung in der Umweltbildungsarbeit.

Download Flyer Klima-Peer SJ 2021/22

Download Flyer Klima-Peer SJ 2020/21

Für weitere Informationen steht Magdalena Tordy von der IIASA (Internationales Institut für angewandte Systemanalyse) gerne zur Verfügung!


Was bisher geschah…

Klima-Peer Ausbildung

Der erste (Halb-)Tag der Klima-Peer Ausbildung fand online statt. Es wurde der Grundstein gelegt für die folgenden Ausbildungstage. Um alle Peers auf den gleichen Stand des Wissens zu bringen, wurde für den Einstieg die physikalischen Grundlagen zum Klimawandel von Thomas Schinko (IIASA) erklärt. Die unterschiedlichen Vorkenntnisse der Peers führten bereits am ersten Tag zu vielfältigen und sehr spannenden Diskussionen. Für den zweiten Teil des ersten Halbtages wurden weitere Gesprächspartner_innen eingeladen. Während die Peers Ost in den Austausch gingen mit Helga Kromp-Kolb (BOKU, Wien), lernten die Peers West Hans Stötter (Uni Innsbruck) kennen. Eine Auswahl der Fragen: Welche politischen Ebenen gibt es? Wie sind die Mitgliedsländer bei der UN vertreten? Ist Bio-Engineering die Lösung der Zukunft? Wo kann jede_r selbst, die Schule, die Gemeinde und der Staat Lösungen entwickeln?

Abbildung 1: Die Peers West im Gespräch und Austausch mit Hans Stötter (Uni Innsbruck) und Matthias Mittelberger (Stiftung Mit Weitblick). Auch mit dabei: die Direktorin der MZO Ludesch, Brigitte Rambichler-Praxmarer.

Abbildung 2: Helga Kromp-Kolb (BOKU, Wien) im Gespräch mit den Klima-Peers Ost. Es wurde klar: auf jeder Handlungsebene können wir aktiv werden und mit Ansprechpartner_innen in Kontakt treten.

Der zweite Halbtag der Klima-Peer beschäftigte sich mit der Thematik der Klimagerechtigkeit, die auch sehr stark von den Fridays for Future gefordert wird. Was das genau ist und warum die Klimagerechtigkeit gerade in den letzten Jahren so stark in den Fokus gerückt ist erklärt Thomas Schinko (IIASA).

Abbildung 3: Die Klima-Peers Ost bekommen von Thomas Schinko (IIASA) eine Einführung in die Klimagerechtigkeit. Heute auch mit dabei: Olivia König vom Programm jung&weise (Welt der Kinder) und Vanessa Kulcar, die das Team der mAc Wirksamkeitsanalyse vertritt.

Abbildung 4: Auch die Klima-Peers West waren beim Thema der Klimagerechtigkeit sehr stark vertreten. Mit dabei waren auch die Direktorin der MZO Ludesch, Sylvia Kink-Ehe von youngCaritas und Matthias Mittelsberger von der Stiftung mit Weitblick – eine starke Unterstützerin des Projekts.

Der dritte Halbtag der Klima-Peer Ausbildung beschäftigte sich mit der Thematik der Klima-Migration. Roman Hoffmann (Wittgenstein Centre for Demography) war der dafür passende Forscher und Gesprächspartner. Auch heute konnten wieder einige Fragen geklärt werden, z. B. was ist Migration genau? Sind wir nicht alle schon mal migriert? Und welche politischen Rahmen, Rechte und Unterstützungen gibt es eigentlich? Am Ende des Halbtages fand ein kleines Rollenspiel statt, um sich auch mal mehr mit der politischen Seite der Migration zu befassen.

Abbildung 5: Gleich zum ersten Tag fand der zweite Ausbildungstag (3. Halbtag) virtuell statt. Dieses Mal mit dabei: Roman Hoffmann (Wittgenstein Centre for Demography), der sich mit den Peers dem Thema der Klima-Migration widmet.

Abbildung 6: Auch bei den Klima-Peers West fand der dritte Ausbildungshalbtag virtuell mit Roman Hoffmann (Wittgenstein Centre for Demography) zum Thema Klima-Migration statt. Manche der Peers trafen sich in der Schule, andere waren von zu Hause aus mit dabei.

Abbildung 7: Ein Teil der Klima-Peers Ost am vierten Halbtag der Ausbildung. Das heutige Thema ist die Ernährung und Landwirtschaft. Die Referentinnen waren Mariann Penker und Christina Gugerell (BOKU, Wien). Der zweite Tag der Klima-Peer Ausbildung ist somit abgeschlossen.

Abbildung 8: Zur Ernährung gehört natürlich auch: Was essen wir gerne? Hier ein kleiner Ausschnitt von verschiedensten Lieblingsspeisen der Peers und Referentinnen.

Abbildung 9: Die Internetverbindung machte es nicht für alle möglich, die Kamera einzuschalten – ein kleines Hinternis. Dennoch waren die Peers West auch beim Thema der Ernährung und Landwirtschaft wieder zahlreich vertreten, nur sind nicht alle sichtbar. (BOKU, Wien). Der zweite Tag der Klima-Peer Ausbildung ist somit abgeschlossen.

Die Klima-Peer Ausbildung geht weiter

Die Motivation und das Engagement für Klimawandel und Nachhaltigkeit ist trotz Pandemie, Corona- und Bildschirmmüdigkeit unverändert. Zahlreich sind unsere Peers bei den Workshops präsent. Ihre aktive Teilnahme, unabhängig vom Thema, ist beeindruckend und eine Bereicherung für alle Beteiligte.

Zum Thema Verkehrsverhalten und Mobilität konnten wir Gabriel Bachner (Wegener Center, Graz) als Referent gewinnen. Auch an diesem Vormittag konnten viele Antworten gefunden werden, wie z.B. Ist e-Mobilität tatsächlich „grüner und besser“ als herkömmliche? Wie hat sich das Mobilitätsverhalten in den letzten Jahr(zehnt)en geändert? Oder was sind die „neuen Probleme“ mit SUVs und Lastenrädern?
Der Abschluss bildete ein Rollenspiel „Sicherer Schulweg“, in dem jeder Peer eine andere Rolle einnahm (wie z.B. Bürgermeister_in, Direktor_in, besorgter Elternteil, sportliche_r Schüler_in, etc.) und in der Gruppe eine Lösung gefunden werden musste.

Abbildung 10: Zum Thema Mobilität und Verkehrsverhalten luden wir Gabriel Bachner (Wegener Center, Graz) als Referenten ein. Die MZO Ludesch traf sich in der Schule mit Direktorin Brigitte Rambichler-Praxmarer und Sylvia Kink-Ehe (youngCaritas).

Abbildung 11: Mit Gabriel Bachner (Wegener Center, Graz) wurde das Thema zu Mobilität und Verkehrsverhalten bearbeitet. Hier ein Teil der Klima-Peers Ost. Auch Barbara König vom makingAchange-Team war heute mit dabei.

Am Nachmittag beschäftigten sich die Peers mit den Themen Lifestyle und (nachhaltiges) Konsumverhalten. Brigitte Wolkinger (Wegener Center, Graz) war unsere Expertin und Gesprächspartnerin. Methodisch lernten die Peers die Programme Padlet und Mentimeter kennen – um für ihr (zukünftiges) Peer-sein gewappnet zu sein, auch virtuell mit anderen arbeiten zu können. Es wurden kleine ad-hoc Umfragen durchgeführt und über die Ergebnisse diskutiert. Weiters wurden die Ergebnisse in einen größeren Kontext gesetzt und viele praxisnahe Beispiele gezeigt.

Abbildung 12: Mit Brigitte Wolkinger (Wegener Center, Graz) wurden viele praktische Beispiele zu einem umweltfreundlichen Konsumverhalten bearbeitet und neue Programme kennen. Hier: Mentimeter und der Ort der Kleidungsproduktion.


Abbildung 13: Ein kleiner Ausschnitt aus der Gruppe Klima-Peers West. Auch wieder mit dabei: Brigitte Rambichler-Praxmarer, Direktorin der MZO Ludesch und Sylvia Kink-Ehe (youngCaritas).

Projekt “Klima-Peers”

In der Neuen Mittelschule Oberland beschäftigen sich 12 angehende Klima-Peers im Rahmen verschiedener Workshops aktuell mit dem Thema Klimawandel und wie wir ihm entgegenwirken können.

Plastik sparen, Brot beim Bäcker holen, zu Fuß gehen, Wasser sparen, Strom sparen, Öffis nehmen, Bioprodukte kaufen, auf Saisonalität bei Obst und Gemüse achten, u. a. sind Möglichkeiten, über die diskutiert wurde.  “Wenn wir das gemeinsam angehen, können wir viel schaffen”, sind sich die Schüler_innen einig und bewusst, dass jeder einen Beitrag dazu leisten kann.

Clara und Elina, zwei der TeilnehmerInnen, haben viele Tipps, wie jeder von uns die Umwelt schützen kann, in ihren Videos zusammengefasst! Zu sehen auf der Website der Neuen Mittelschule Oberland oder per Click auf das Video!

Weitere Aktivitäten der Klima-Peers

Im Zuge der Klima-Peer Ausbildung werden junge Leute dabei befähigt und unterstützt, im schulischen Umfeld als auch im Alltag die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu integrieren.
In Vorarlberg fanden dazu bisher zwei Ausbildungsvormittage Anfang Februar online statt (wir berichteten Ergebnisse dazu aus der NMS Oberland).
In der Folge haben Emilia und Marie, zwei Schülerinnen der BG Dornbirn, zusammen mit dem Umweltzeichen-Team der Schule ein Müllsammelprojekt angeregt, zu dem sie auch schon interviewt wurden. Weiters verfassten sie einen Blog-Beitrag, den wir hier gerne veröffentlichen möchten.

Flucht vor dem Klimawandel

Wir sitzen in unserem Zimmer und denken darüber nach, wie das Leben in der Zukunft wohl aussehen wird. Wird es noch Inseln geben, oder wird an diesen wundervollen Orten nur noch Wasser vorzufinden sein?

Auf Kiribati, Fidschi, den Marshallinseln, den Malediven und in der Karibik sind solche Probleme schon eingetreten.[1] Der Grund dafür ist der Klimawandel. Die Pole schmelzen, Risse in der Eisdecke entstehen und der Meeresspiegel erhöht sich jährlich um mehrere Millimeter. Der durchschnittliche Anstieg in den Jahren 1993-2010 war 3,2 mm pro Jahr.[2] Wissenschaftler vermuten, dass bis zum Jahr 2300 der Meerspiegel um 1,2 m ansteigen wird.[3] Bereits bei einem Anstieg von nur einem Meter sind die genannten Inselstaaten schon in Gefahr und ihrem Untergang sehr nahe.[4] Die Bedrohung durch den Meeresspiegelanstieg betrifft nicht nur Inselstaaten, sondern auch Küstenländer in Europa. Die Niederlande zum Beispiel wäre dem Klimawandel schon zum Opfer gefallen, da dieses Land unter dem Meeresspiegel liegt. Daher auch der Name. Dank der Niederländer, die jedes Jahr die künstlichen Dämme neu aufschütten, existiert das Land noch.[5] Auch auf anderen Kontinenten drohen Länder unterzugehen. In Asien ist Bangladesch am stärksten betroffen. Schon eine Erhöhung von einem Metern würde ausreichen, um 15 Millionen Menschen heimatlos zu machen.[6] Schuld daran sind Baumwollplantagen. Um diese betreiben zu können, mussten Wälder gerodet werden. Der Schutz durch die Wälder ist nicht mehr vorhanden und die Wellen des Golf von Bengalen haben freie Bahn. Um dem Untergang zu entgehen, pflanzen die Bewohner Bangladeschs Mangroven an.[7]

Eine weitere betroffene Region ist das Nildelta in Afrika. Ohne Schutzmaßnahmen müsste in Alexandria bereits bei einem Meeresspiegelanstieg von nur 50 cm mehr als die Hälfte der Bevölkerung vor Überschwemmungen fliehen.[8] Die Bewohner der Inseln Kiribati und Fidschi werden wahrscheinlich die nächsten Klimaflüchtlinge werden. Sie müssen schon sehr bald ihre Heimat verlassen, da die Probleme einfach zu groß werden. [9] Der Klimawandel ist nicht das einzige Problem der Inselbewohner, aber an manchem ist er mit schuld. Der Süßwasservorrat neigt sich dem Ende zu und ohne Süßwasser ist kein Trinkwasser vorhanden.[10] Da sich das Salz in die Fundamente der Häuser und in den Boden einfrisst, fehlt deren Stabilität. Auch die Wurzeln der Bäume können sich nicht mehr gut verankern. Somit kann es geschehen, dass beim nächsten Sturm alles ins Meer gerissen wird. Auch der Mangel an Fischen, ihrer Hauptnahrung, wird immer größer. Da sich die Gewässer erwärmen, sterben die Korallen ab. Die Fische verlieren somit ihren Lebensraum und die Fischer müssen immer weiter hinausfahren, um nicht mit leeren Netzen nach Hause zurück zu kehren.

Trotzdem wollen einige der Inselbewohner, die ihre Heimat verlassen müssten, das nicht tun. Der Grund dafür ist ihr Glaube: Ihre Aufgabe sei es, ihre Heimat zu beschützen. Viele wollen ihre Insel nicht loslassen.[11] Sie versuchen mit Staudämmen aus abgestorbenen Korallen und mit dem Pflanzen von Mangroven ihre Insel am Leben zu erhalten. Trotzdem wissen sie, dass sie ihren Wohnort früher oder später verlassen müssen. Die Kinder werden bereits in den Schulen auf den Umzug vorbereitet. Der Unterricht findet auf Englisch statt und sie lernen, wann sie die Insel verlassen müssen und warum sie umziehen werden. Aber wohin denn? Genau um diese Frage zu beantworten kaufte der Ex-Präsident von Kiribati ein Stück Hügelland auf Fidschi. Dabei ist Fidschi selbst gefährdet unterzugehen. [12] Während die beiden Inseln langsam vom Meer verschluckt werden, war das bei ein paar anderen schon der Fall. Die 4,5 Hektar große Insel East Island, die zu den Ashmore Inseln gehörte, wurde von einer Nacht auf die andere vom Meer verschluckt. Schuld daran war ein sehr starker Hurrikan. Das plötzliche Verschwinden der Insel sorgte für großen Aufruhr unter den Forschern. Sie war von großer Bedeutung für die grüne Meeresschildkröte oder die Hawaiirobbe. Die Insel war für diese Tiere ein Nistplatz.

Sind die derzeit existierenden Inseln noch zu retten? Was können wir alle dazu beitragen, damit das nicht passiert? Wir sitzen in unserem Zimmer und diskutieren darüber.

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