Ausbildung zum Klima-Peer

Ziel der Klima-Peer Ausbildung ist es, die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit im schulischen Umfeld wie auch im Alltag wahrzunehmen und zu integrieren und somit zu einer nachhaltigen Veränderung unserer Gesellschaft beizutragen. Neben der Wissensvermittlung durch Forscher_innen des CCCA geht es insbesondere darum, die Teilnehmer_innen zu befähigen, an ihrer Schule im Sinne des Peer-teachings und -learning tätig zu werden. Die Gruppe an Klima-Peers soll sich mit der Zeit stetig erweitern, gemeinsam Ideen schmieden und Aktionen erarbeiten können, die zu einem nachhaltigen Schulalltag beitragen.

Die Klima-Peer Ausbildung zielt darauf ab, dass das erlernte Wissen der Peers an der Schule direkt angewandt und der Kreis der informierten, aktiven und motivierten Schüler_innen durch diese Peers stetig erweitert wird.

Für das Schuljahr 2022/2023 sind drei Ausbildungsstandorte vorgesehen: Ostösterreich, Südostösterreich und Westösterreich. Die Ausbildung der Klima-Peers selbst wird an vier Tagen über das Schuljahr verteilt stattfinden. Die jeweiligen Ausbildungstage werden spätestens am Anfang des Schuljahres bekannt gegeben. Sofern es mit der gegebenen Situation und den vorliegenden Maßnahmen möglich ist, wird die Ausbildung in Präsenz stattfinden; andernfalls werden wir online arbeiten. Um für die Wirksamkeitsanalyse eine Vergleichbarkeit herstellen zu können, bitten wir die Anmeldezahlen von mind. Drei bis max. Fünf Peers zu berücksichtigen!

Kosten: Für die Peers werden sämtliche Kosten (Reise, Verpflegung) vom Projekt übernommen. Es fallen somit keine zusätzlichen Kosten für die Teilnehmer_innen an.

Für die wissenschaftlich fundierte Entwicklung und Begleitung der Klima-Peer Ausbildung sind Dr. Thomas Schinko und Magdalena Tordy, MSc vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) verantwortlich. Weitere Wissenschafter_innen des CCCA sowie Partner_innen anderer Institutionen werden für wissenschaftliche Vorträge in den einzelnen Workshopsessions miteinbezogen.

Partner in der Programmentwicklung ist der Verein Welt der Kinder.

Für die Durchführung der Klima-Peer Ausbildung wurden weitere Kooperationen mit den Vereinen  beteiligung.st und dem Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark (in Folge UBZ) eingegangen. Welt der Kinder als auch beteiligung.st bringen die fachliche Expertise für Kinder- und Jugendbeteiligungsprozesse ein und das UBZ zusätzliche Unterstützung in der Umweltbildungsarbeit.

Download Flyer Klima-Peer SJ 2022/23

Für weitere Informationen steht Emma Prantl von der IIASA (Internationales Institut für angewandte Systemanalyse) gerne zur Verfügung!


Projekt “Klima-Peers”

In der Neuen Mittelschule Oberland beschäftigen sich 12 angehende Klima-Peers im Rahmen verschiedener Workshops aktuell mit dem Thema Klimawandel und wie wir ihm entgegenwirken können.

Plastik sparen, Brot beim Bäcker holen, zu Fuß gehen, Wasser sparen, Strom sparen, Öffis nehmen, Bioprodukte kaufen, auf Saisonalität bei Obst und Gemüse achten, u. a. sind Möglichkeiten, über die diskutiert wurde.  “Wenn wir das gemeinsam angehen, können wir viel schaffen”, sind sich die Schüler_innen einig und bewusst, dass jeder einen Beitrag dazu leisten kann.

Clara und Elina, zwei der TeilnehmerInnen, haben viele Tipps, wie jeder von uns die Umwelt schützen kann, in ihren Videos zusammengefasst! Zu sehen auf der Website der Neuen Mittelschule Oberland oder per Click auf das Video!

Was bisher geschah…

Klima-Peer Ausbildung im Schuljahr 2021/2022

In diesem Schuljahr war die Nachfrage nach der Klima-Peer Ausbildung so groß, dass wir Klima-Peers an drei Standorte (Gruppen) ausbilden konnten: West-Österreich (Vorarlberg, Tirol), Südostösterreich (Steiermark) und Ost-Österreich (Oberösterreich, Niederösterreich und Wien). Auch in diesem Schuljahr startete die Klima-Peer Ausbildung wieder online; ab März konnten die Treffen analog durchgeführt werden.

3. Klima-Peer Ausbildungstag

Zum ersten Mal in diesem Schuljahr findet ein Klima-Peer Ausbildungstag in Präsenz statt. Klima-Peers aus neun Schulen aus Wien, Niederösterreich, und Oberösterreich fanden sich an der BOKU in Wien wieder, um sich nicht nur gegenseitig endlich auch persönlich kennenzulernen, sondern auch um in den Austausch mit weiteren Wissenschafter:innen zu kommen. Bisherige Themen waren: physikalische Grundlagen zum Klimawandel mit Liisa Andersen, Landwirtschaft und Ernährung mit Laura Hundscheid und Christina Gugerell und einem Methodentraining zur Workshop-Gestaltung mit Olivia König und Magdalena Hörl, bei dem auch Klima-Peers aus dem vorigen Schuljahr mit dabei waren, um über ihre Erfahrungen und Projekte zu berichten.

Am Vormittag des dritten Ausbildungstages begrüßten wir Stefan Übermasser vom AIT, mit dem eifrig über unterschiedliche Verkehrs- und Mobilitätsverhalten sowie über unterschiedliche Antriebsmöglichkeiten diskutiert wurde. Weiters lernten die Peers auch, wie sie selbst ihren eigenen Mobilitätsfußabdruck berechnen und so Challenges aus der Schule starten können.

Am Nachmittag erstellten die Klima-Peers Stop-Motion Videos im Rahmen des climatEmotion-Workshops mit L. Vanessa Gruber und Michaela Schober (die Angewandte) und Magdalena Tordy (IIASA). Dabei konnten sie das Thema frei nach Interesse wählen, erarbeiteten gemeinsam in Kleingruppen die Storyline, Haupt- und Nebencharaktere und überlegten sich die passenden Materialien. Die Peers der NÖMS Pitten konnten bei diesem Workshop nicht mehr teilnehmen, setzten die Aufgaben aber gemeinsam an der Schule um.

Die Videos können sich sehen lassen!

Auch die Klima-Peers aus Vorarlberg und Tirol trafen das erste Mal am 3. Ausbildungstag persönlich aufeinander während eines 1,5-tägigen Art of Hosting Trainings in St. Arbogast, Vorarlberg.

Art of Hosting, oder auch „die Kunst des Gastgebens“, bot den Peers die Möglichkeit, unterschiedliche Methoden zur Workshop-Gestaltung und -Durchführung gemeinsam kennenzulernen und auszuprobieren – vom Icebraker bis zu unterschiedlichen Methoden für Groß- und Kleingruppen und Abschluss war alles dabei.

Durch die Kooperation mit Welt der Kinder und freigest arbogast lernten die Klima-Peers auch andere junge und motivierte Leute kennen, die sich für die gleichen Themen interessieren. Auch mit dabei waren Klima-Peers aus dem Vorjahr, die teilweise die Moderation der Aktivitäten übernahmen – Peer-to-Peer auf allen Ebenen also.

4. Klima-Peer Ausbildungstag – der Abschluss

Vielen Dank an alle Klima-Peers für die tolle und erfolgreiche Zusammenarbeit!

Vielen Dank an das wertvolle Feedback der Peers, das wir für die Überarbeitung des Ausbildungsprogramms beachten und entsprechend, wo möglich, übernehmen werden! Wir sind sehr froh und dankbar für eure Offenheit!

Südost-Österreich:

Für die Klima-Peers aus der Steiermark gab es heute ein dichtes Programm: Aufgrund des regen Interessens aber auch der vielen Online-Termine wurde am Vormittag das Klimaplanspiel gespielt, bei dem die Teilnehmer:innen in unterschiedliche Rollen und somit Verantwortlichkeiten schlüpfen und gemeinsam an einem Klima-Pakt arbeiten. The tricky part: jede Gemeinde verfolgt auch eigene wirtschaftliche Ziele – gleich der Realität – was die Zusammenarbeit natürlich auch erschweren kann.

Am Nachmittag diskutierten die Klima-Peers mit Thomas Schinko (IIASA) zum Thema Resilienz. Was bedeutet das überhaupt? Und kann ich diese stärken? Wenn ja, wie? Auch die Frage „(Wie) können wir für einen positiven Blick in die Zukunft sorgen?“ wurde eifrig behandelt.

Vor der Zertifikatübergabe präsentierten die Peers noch ihre Projekte an den jeweiligen Schulen: Was haben sie gemacht? Wie wurden diese angenommen? Was ist weiter geplant?

Wir konnten sehen: so unterschiedlich die Projekte auch waren, alle kamen gut an und viele weitere Ideen und Planungen harren in den Startlöchern. Das nächste Schuljahr kann kommen!

Ost-Österreich

Für den Abschlusstag der Klima-Peers im Osten trafen wir wieder, wie auch im Vorjahr, auf Georg Gratzer (BOKU), der mit uns am Vormittag eine Exkursion durch den Lainzer Tiergarten machte und mit dem wir uns dem Thema der Biodiversität widmeten. Was ist das überhaupt? Und gibt es unterschiedlichen „Diversitäten“, wenn wir uns im Naturraum befinden und uns mit diesem beschäftigen? Was gibt es für politische Rahmenbedingungen, Richtlinien und Gesetze, die sich diesem Thema widmen? Wie viele Arten können wir überhaupt auf einem Quadratmeter in etwa finden? Während der Exkursion durchstreifen wir unterschiedliche Lebensräume/Habitate und konnten Antworten zu diesen und vielen anderen Fragen finden.

Nach einer Mittagspause beschäftigten sich die Peers erst mit dem Thema der Resilienz und wie sie diese stärken können, bevor sie in den Austausch mit Anna Ennsgraber und Max Fuchslueger (#FFF) und Katja Hummer (cliMates) kamen. Gibt es Unterschiede zwischen #FFF und cliMates, und wenn ja, worin bestehen sie? Wie kann man selbst mitmachen? Was sind die Erfahrungen, die sie mit #FFF/cliMates gemacht haben? Wie motivieren sie sich, aktiv zu bleiben und ehrenamtlich in der Freizeit dabei zu bleiben?

Diese und viele weitere Fragen konnten geklärt und besprochen werden. Zum Abschluss gab es die Zertifikatübergabe mit Blick auf Wien. Es war ein langer, aber sehr erfolgreicher Tag!

Fotocredits: Magdalena Tordy / IIASA

West-Österreich

Ende April trafen die Klima-Peers ein letztes Mal im Rahmen der Klima-Peer Ausbildung zusammen – dieses Mal im Bregenzer Festspielhaus im Zuge des Symposiums Kindheit, Jugend und Gesellschaft X, organisiert von Welt der Kinder.

Am Vormittag beschäftigten sich die Peers gemeinsam mit Thomas Schinko (IIASA) mit dem Thema der Resilienz. Was bedeutet das? Kann ich diese stärken? Wenn ja, wie? Auch die Frage „(Wie) können wir für einen positiven Blick in die Zukunft sorgen?“ wurde in Klein- und Großgruppen besprochen.

Die Zertifikatübergabe erfolgte am Ufer des Bodensees. Am Nachmittag erweitert sich die Gruppe um Vertreter:innen aus der Praxis und andere Interessierte. Dieser Rahmen bot Raum für Austausch auf ganz unterschiedliche Art und Weise, unter anderem berichtete Freya, ein Klima-Peer aus dem Vorjahr, über ihre Tätigkeiten als Klima-Peer an der Schule.

Parallel dazu fand das Testspiel des Klimaplanspiels der Weitblick GmbH statt, bei dem einige Klima-Peers des Vorjahres mitspielten und Feedback gaben.

Den Abschluss des Tages bildete der jung&weise Dialog, bei dem alle Teilnehmer:innen des Symposiums nochmals zusammen trafen, um gemeinsam zu diskutieren. Mit dabei waren sowohl die Klima-Peers des ersten, als auch des zweiten Jahres.

Die Klima-Peer Ausbildung geht weiter

Die Motivation und das Engagement für Klimawandel und Nachhaltigkeit ist trotz Pandemie, Corona- und Bildschirmmüdigkeit unverändert. Zahlreich sind unsere Peers bei den Workshops präsent. Ihre aktive Teilnahme, unabhängig vom Thema, ist beeindruckend und eine Bereicherung für alle Beteiligte.

Zum Thema Verkehrsverhalten und Mobilität konnten wir Gabriel Bachner (Wegener Center, Graz) als Referent gewinnen. Auch an diesem Vormittag konnten viele Antworten gefunden werden, wie z.B. Ist e-Mobilität tatsächlich „grüner und besser“ als herkömmliche? Wie hat sich das Mobilitätsverhalten in den letzten Jahr(zehnt)en geändert? Oder was sind die „neuen Probleme“ mit SUVs und Lastenrädern?
Der Abschluss bildete ein Rollenspiel „Sicherer Schulweg“, in dem jeder Peer eine andere Rolle einnahm (wie z.B. Bürgermeister_in, Direktor_in, besorgter Elternteil, sportliche_r Schüler_in, etc.) und in der Gruppe eine Lösung gefunden werden musste.

Abbildung 10: Zum Thema Mobilität und Verkehrsverhalten luden wir Gabriel Bachner (Wegener Center, Graz) als Referenten ein. Die MZO Ludesch traf sich in der Schule mit Direktorin Brigitte Rambichler-Praxmarer und Sylvia Kink-Ehe (youngCaritas).

Abbildung 11: Mit Gabriel Bachner (Wegener Center, Graz) wurde das Thema zu Mobilität und Verkehrsverhalten bearbeitet. Hier ein Teil der Klima-Peers Ost. Auch Barbara König vom makingAchange-Team war heute mit dabei.

Am Nachmittag beschäftigten sich die Peers mit den Themen Lifestyle und (nachhaltiges) Konsumverhalten. Brigitte Wolkinger (Wegener Center, Graz) war unsere Expertin und Gesprächspartnerin. Methodisch lernten die Peers die Programme Padlet und Mentimeter kennen – um für ihr (zukünftiges) Peer-sein gewappnet zu sein, auch virtuell mit anderen arbeiten zu können. Es wurden kleine ad-hoc Umfragen durchgeführt und über die Ergebnisse diskutiert. Weiters wurden die Ergebnisse in einen größeren Kontext gesetzt und viele praxisnahe Beispiele gezeigt.

Abbildung 12: Mit Brigitte Wolkinger (Wegener Center, Graz) wurden viele praktische Beispiele zu einem umweltfreundlichen Konsumverhalten bearbeitet und neue Programme kennen. Hier: Mentimeter und der Ort der Kleidungsproduktion.


Abbildung 13: Ein kleiner Ausschnitt aus der Gruppe Klima-Peers West. Auch wieder mit dabei: Brigitte Rambichler-Praxmarer, Direktorin der MZO Ludesch und Sylvia Kink-Ehe (youngCaritas).

Weitere Aktivitäten der Klima-Peers

Im Zuge der Klima-Peer Ausbildung werden junge Leute dabei befähigt und unterstützt, im schulischen Umfeld als auch im Alltag die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu integrieren.
In Vorarlberg fanden dazu bisher zwei Ausbildungsvormittage Anfang Februar online statt (wir berichteten Ergebnisse dazu aus der NMS Oberland).
In der Folge haben Emilia und Marie, zwei Schülerinnen der BG Dornbirn, zusammen mit dem Umweltzeichen-Team der Schule ein Müllsammelprojekt angeregt, zu dem sie auch schon interviewt wurden. Weiters verfassten sie einen Blog-Beitrag, den wir hier gerne veröffentlichen möchten.

Flucht vor dem Klimawandel

Wir sitzen in unserem Zimmer und denken darüber nach, wie das Leben in der Zukunft wohl aussehen wird. Wird es noch Inseln geben, oder wird an diesen wundervollen Orten nur noch Wasser vorzufinden sein?

Auf Kiribati, Fidschi, den Marshallinseln, den Malediven und in der Karibik sind solche Probleme schon eingetreten.[1] Der Grund dafür ist der Klimawandel. Die Pole schmelzen, Risse in der Eisdecke entstehen und der Meeresspiegel erhöht sich jährlich um mehrere Millimeter. Der durchschnittliche Anstieg in den Jahren 1993-2010 war 3,2 mm pro Jahr.[2] Wissenschaftler vermuten, dass bis zum Jahr 2300 der Meerspiegel um 1,2 m ansteigen wird.[3] Bereits bei einem Anstieg von nur einem Meter sind die genannten Inselstaaten schon in Gefahr und ihrem Untergang sehr nahe.[4] Die Bedrohung durch den Meeresspiegelanstieg betrifft nicht nur Inselstaaten, sondern auch Küstenländer in Europa. Die Niederlande zum Beispiel wäre dem Klimawandel schon zum Opfer gefallen, da dieses Land unter dem Meeresspiegel liegt. Daher auch der Name. Dank der Niederländer, die jedes Jahr die künstlichen Dämme neu aufschütten, existiert das Land noch.[5] Auch auf anderen Kontinenten drohen Länder unterzugehen. In Asien ist Bangladesch am stärksten betroffen. Schon eine Erhöhung von einem Metern würde ausreichen, um 15 Millionen Menschen heimatlos zu machen.[6] Schuld daran sind Baumwollplantagen. Um diese betreiben zu können, mussten Wälder gerodet werden. Der Schutz durch die Wälder ist nicht mehr vorhanden und die Wellen des Golf von Bengalen haben freie Bahn. Um dem Untergang zu entgehen, pflanzen die Bewohner Bangladeschs Mangroven an.[7]

Eine weitere betroffene Region ist das Nildelta in Afrika. Ohne Schutzmaßnahmen müsste in Alexandria bereits bei einem Meeresspiegelanstieg von nur 50 cm mehr als die Hälfte der Bevölkerung vor Überschwemmungen fliehen.[8] Die Bewohner der Inseln Kiribati und Fidschi werden wahrscheinlich die nächsten Klimaflüchtlinge werden. Sie müssen schon sehr bald ihre Heimat verlassen, da die Probleme einfach zu groß werden. [9] Der Klimawandel ist nicht das einzige Problem der Inselbewohner, aber an manchem ist er mit schuld. Der Süßwasservorrat neigt sich dem Ende zu und ohne Süßwasser ist kein Trinkwasser vorhanden.[10] Da sich das Salz in die Fundamente der Häuser und in den Boden einfrisst, fehlt deren Stabilität. Auch die Wurzeln der Bäume können sich nicht mehr gut verankern. Somit kann es geschehen, dass beim nächsten Sturm alles ins Meer gerissen wird. Auch der Mangel an Fischen, ihrer Hauptnahrung, wird immer größer. Da sich die Gewässer erwärmen, sterben die Korallen ab. Die Fische verlieren somit ihren Lebensraum und die Fischer müssen immer weiter hinausfahren, um nicht mit leeren Netzen nach Hause zurück zu kehren.

Trotzdem wollen einige der Inselbewohner, die ihre Heimat verlassen müssten, das nicht tun. Der Grund dafür ist ihr Glaube: Ihre Aufgabe sei es, ihre Heimat zu beschützen. Viele wollen ihre Insel nicht loslassen.[11] Sie versuchen mit Staudämmen aus abgestorbenen Korallen und mit dem Pflanzen von Mangroven ihre Insel am Leben zu erhalten. Trotzdem wissen sie, dass sie ihren Wohnort früher oder später verlassen müssen. Die Kinder werden bereits in den Schulen auf den Umzug vorbereitet. Der Unterricht findet auf Englisch statt und sie lernen, wann sie die Insel verlassen müssen und warum sie umziehen werden. Aber wohin denn? Genau um diese Frage zu beantworten kaufte der Ex-Präsident von Kiribati ein Stück Hügelland auf Fidschi. Dabei ist Fidschi selbst gefährdet unterzugehen. [12] Während die beiden Inseln langsam vom Meer verschluckt werden, war das bei ein paar anderen schon der Fall. Die 4,5 Hektar große Insel East Island, die zu den Ashmore Inseln gehörte, wurde von einer Nacht auf die andere vom Meer verschluckt. Schuld daran war ein sehr starker Hurrikan. Das plötzliche Verschwinden der Insel sorgte für großen Aufruhr unter den Forschern. Sie war von großer Bedeutung für die grüne Meeresschildkröte oder die Hawaiirobbe. Die Insel war für diese Tiere ein Nistplatz.

Sind die derzeit existierenden Inseln noch zu retten? Was können wir alle dazu beitragen, damit das nicht passiert? Wir sitzen in unserem Zimmer und diskutieren darüber.

Zitiernachweis/Quellenangaben pdf