Was bisher geschah…

Kick-off: fächerübergreifender Projektunterricht mit der MS Oberland

Die Kick-off Veranstaltung stellte für die Schüler_innen der MS Oberland den Startschuss in den fächerübergreifenden Projektunterricht dar. Aufgrund der digitalen Möglichkeiten bzw. der hervorragenden digitalen Kompetenzen der Schüler_innen war ein Austausch mit Veronika Deisenrieder und Karin Oberauer, beide von der Arbeitsgruppe Education and Communication for Sustainable Development der Universität Innsbruck sowie Hanna Krimm, einer Master-Studentin der FernUni Hagen, möglich. Gemeinsam wurde über Themen in Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Klimawandel diskutiert. Außerdem konnten Ideen für mögliche Projekte, an denen die Schüler_innen im Sommersemester arbeiten möchten, gesammelt werden.

Ein großer Dank geht an Laurin Brandt, einen der engagierten Lehrer_innen der MS-Oberland, der verschiedene mAc-Formate, gemeinsam mit dem Projektteam an der Schule, umsetzt. Wir freuen uns schon auf weitere großartige Workshops, Projekte und Klimawochen miteinander.

Projekt “Klima-Peers”

In der Neuen Mittelschule Oberland beschäftigen sich 12 angehende Klima-Peers im Rahmen verschiedener Workshops aktuell mit dem Thema Klimawandel und wie wir ihm entgegenwirken können.

Plastik sparen, Brot beim Bäcker holen, zu Fuß gehen, Wasser sparen, Strom sparen, Öffis nehmen, Bioprodukte kaufen, auf Saisonalität bei Obst und Gemüse achten, u.a. sind Möglichkeiten, über die diskutiert wurde.  “Wenn wir das gemeinsam angehen, können wir viel schaffen”, sind sich die Schüler_innen einig und bewusst, dass jeder einen Beitrag dazu leisten kann.

Clara und Elina, zwei der TeilnehmerInnen, haben viele Tipps, wie jeder von uns die Umwelt schützen kann, in ihren Videos zusammengefasst! Zu sehen auf der Website der Neuen Mittelschule Oberland oder per Click auf das Video!

Pflanzen-Speed-Dating und Klimawandel – wie passt das zusammen?

Unter dem Titel „makingAchange“ sind die Schüler_innen der 2B der HLBLA St. Florian derzeit an einem Projekt des Climate Change Centre Austria beteiligt, in dem sie mit Wissenschaftler_innen der Universitäten Wien (Botanischer Garten) und Innsbruck (Institut für Geografie) zusammenarbeiten. Sie haben dabei die Möglichkeit aktiv an einem laufenden, weltweiten Forschungsprojekt teilzunehmen, in dem es darum geht herauszufinden, ob und wie krautige Pflanzen auf den Klimawandel reagieren.

Die Schüler_innen führen dazu unter fachkundiger Anleitung durch die Forscher_innen und ihre Biologie-Lehrerin sogenannte „phänologische Beobachtungen“ an ausgewählten Pflanzenarten durch. Dabei werden Zeitpunkt des Austriebes, Blatt- und Blütenentwicklung, Entwicklung der Früchte und Samen, Absterben von Pflanzenteilen, etc. an ausgesuchten Standorten über mehrere Wochen dokumentiert. Die Schüler_innen fotografieren und dokumentieren die Veränderungen an den Pflanzen im Zeitraum zwischen April und Juni. Die von ihnen gewonnenen Daten fließen in eine weltweite Datenbank ein und werden zu Projektende mit den Forscher_innen der Universitäten gemeinsam analysiert und interpretiert.

Diese Woche fand der Startworkshop zu dem Projekt in Form eines Online-Meetings der Klasse mit den projektbetreuenden Wissenschaftler_innen statt. Es ging dabei um eine erste Auseinandersetzung mit den Merkmalen der Pflanzen in verschiedenen Wachstumsstadien, die bei einem „Pflanzen-Speed-Dating“ angesprochen wurden. Der Arbeitsauftrag für die Schüler_innen betreffend die sogenannten „Ziel-Arten“ (12 Pflanzenarten, die im Fokus stehen) wurde konkretisiert.

In der Vorbereitung auf den Workshop haben die Schüler_innen der 2B bereits Interviews mit älteren Personen geführt, um herauszufinden welche Beobachtungen diese zu Veränderungen in der Natur in den letzten Jahrzehnten gemacht haben. Dabei war der Tenor eindeutig: Frühere Saat- und Erntezeitpunkte, schneeärmere Winter, längere Trockenperioden auf welche Starkniederschläge folgen oder auch vermehrt massiver Schädlingsbefall – z.B. durch den Borkenkäfer. Alle diese Beobachtungen der Eltern und Großeltern der Schüler_innen decken sich mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den Folgewirkungen des Klimawandels. Sie haben unmittelbaren Einfluss auf die Landwirtschaft.

Mehr darüber und über andere Projekte der HLBLA St. Florian gibt es auf der Facebook-Seite der Schule, Fotos findet man auf Instagram!

Weitere Aktivitäten der Klima-Peers

Im Zuge der Klima-Peer Ausbildung werden junge Leute dabei befähigt und unterstützt, im schulischen Umfeld als auch im Alltag die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu integrieren.
In Vorarlberg fanden dazu bisher zwei Ausbildungsvormittage Anfang Februar online statt (wir berichteten Ergebnisse dazu aus der NMS Oberland).
In der Folge haben Emilia und Marie, zwei Schülerinnen der BG Dornbirn, zusammen mit dem Umweltzeichen-Team der Schule ein Müllsammelprojekt angeregt, zu dem sie auch schon interviewt wurden. Weiters verfassten sie einen Blog-Beitrag, den wir hier gerne veröffentlichen möchten.

Flucht vor dem Klimawandel

Wir sitzen in unserem Zimmer und denken darüber nach, wie das Leben in der Zukunft wohl aussehen wird. Wird es noch Inseln geben, oder wird an diesen wundervollen Orten nur noch Wasser vorzufinden sein?

Auf Kiribati, Fidschi, den Marshallinseln, den Malediven und in der Karibik sind solche Probleme schon eingetreten.[1] Der Grund dafür ist der Klimawandel. Die Pole schmelzen, Risse in der Eisdecke entstehen und der Meeresspiegel erhöht sich jährlich um mehrere Millimeter. Der durchschnittliche Anstieg in den Jahren 1993-2010 war 3,2 mm pro Jahr.[2] Wissenschaftler vermuten, dass bis zum Jahr 2300 der Meerspiegel um 1,2 m ansteigen wird.[3] Bereits bei einem Anstieg von nur einem Meter sind die genannten Inselstaaten schon in Gefahr und ihrem Untergang sehr nahe.[4] Die Bedrohung durch den Meeresspiegelanstieg betrifft nicht nur Inselstaaten, sondern auch Küstenländer in Europa. Die Niederlande zum Beispiel wäre dem Klimawandel schon zum Opfer gefallen, da dieses Land unter dem Meeresspiegel liegt. Daher auch der Name. Dank der Niederländer, die jedes Jahr die künstlichen Dämme neu aufschütten, existiert das Land noch.[5] Auch auf anderen Kontinenten drohen Länder unterzugehen. In Asien ist Bangladesch am stärksten betroffen. Schon eine Erhöhung von einem Metern würde ausreichen, um 15 Millionen Menschen heimatlos zu machen.[6] Schuld daran sind Baumwollplantagen. Um diese betreiben zu können, mussten Wälder gerodet werden. Der Schutz durch die Wälder ist nicht mehr vorhanden und die Wellen des Golf von Bengalen haben freie Bahn. Um dem Untergang zu entgehen, pflanzen die Bewohner Bangladeschs Mangroven an.[7]

Eine weitere betroffene Region ist das Nildelta in Afrika. Ohne Schutzmaßnahmen müsste in Alexandria bereits bei einem Meeresspiegelanstieg von nur 50 cm mehr als die Hälfte der Bevölkerung vor Überschwemmungen fliehen.[8] Die Bewohner der Inseln Kiribati und Fidschi werden wahrscheinlich die nächsten Klimaflüchtlinge werden. Sie müssen schon sehr bald ihre Heimat verlassen, da die Probleme einfach zu groß werden. [9] Der Klimawandel ist nicht das einzige Problem der Inselbewohner, aber an manchem ist er mit schuld. Der Süßwasservorrat neigt sich dem Ende zu und ohne Süßwasser ist kein Trinkwasser vorhanden.[10] Da sich das Salz in die Fundamente der Häuser und in den Boden einfrisst, fehlt deren Stabilität. Auch die Wurzeln der Bäume können sich nicht mehr gut verankern. Somit kann es geschehen, dass beim nächsten Sturm alles ins Meer gerissen wird. Auch der Mangel an Fischen, ihrer Hauptnahrung, wird immer größer. Da sich die Gewässer erwärmen, sterben die Korallen ab. Die Fische verlieren somit ihren Lebensraum und die Fischer müssen immer weiter hinausfahren, um nicht mit leeren Netzen nach Hause zurück zu kehren.

Trotzdem wollen einige der Inselbewohner, die ihre Heimat verlassen müssten, das nicht tun. Der Grund dafür ist ihr Glaube: Ihre Aufgabe sei es, ihre Heimat zu beschützen. Viele wollen ihre Insel nicht loslassen.[11] Sie versuchen mit Staudämmen aus abgestorbenen Korallen und mit dem Pflanzen von Mangroven ihre Insel am Leben zu erhalten. Trotzdem wissen sie, dass sie ihren Wohnort früher oder später verlassen müssen. Die Kinder werden bereits in den Schulen auf den Umzug vorbereitet. Der Unterricht findet auf Englisch statt und sie lernen, wann sie die Insel verlassen müssen und warum sie umziehen werden. Aber wohin denn? Genau um diese Frage zu beantworten kaufte der Ex-Präsident von Kiribati ein Stück Hügelland auf Fidschi. Dabei ist Fidschi selbst gefährdet unterzugehen. [12] Während die beiden Inseln langsam vom Meer verschluckt werden, war das bei ein paar anderen schon der Fall. Die 4,5 Hektar große Insel East Island, die zu den Ashmore Inseln gehörte, wurde von einer Nacht auf die andere vom Meer verschluckt. Schuld daran war ein sehr starker Hurrikan. Das plötzliche Verschwinden der Insel sorgte für großen Aufruhr unter den Forschern. Sie war von großer Bedeutung für die grüne Meeresschildkröte oder die Hawaiirobbe. Die Insel war für diese Tiere ein Nistplatz.

Sind die derzeit existierenden Inseln noch zu retten? Was können wir alle dazu beitragen, damit das nicht passiert? Wir sitzen in unserem Zimmer und diskutieren darüber.


[1] Wikipedia: Meeresspiegelanstieg seit 1850. Änderung des Höhen­niveaus der Meeres­oberfläche. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Meeresspiegelanstieg_seit_1850 (Zugriff: 07.03.2021).

[2] Youtube: Klimawandel – Inseln gehen unter. 03.08.2018.

https://m.youtube.com/watch?v=cQNWYbJjB98 (Zugriff: 07.03.2021).

[3] The Weather Company International: Welche Länder versinken, wenn der Meeresspiegel steigt, 14.07.2017.

https://weather.com/de-DE/wissen/klima/video/welche-lander-versinken-wenn-der-meeresspiegel-steigt (Zugriff: 07.03.2021).

[4] Klexikon: Niederlande.

https://klexikon.zum.de/wiki/Niederlande (Zugriff: 07.03.2021).

[5] The Weather Company International, Welche Länder versinken, wenn der Meeresspiegel steigt. 14.07.2017, Zugriff: 07.03.2021.

[6] ZDF: Eric sucht das faire T-Shirt – Teil 1. 11.08.2020.

https://www.zdf.de/kinder/purplus/eric-sucht-das-faire-t-shirt-teil-1-104.html (Zugriff: 07.03.2021).

ZDF: Eric sucht das faire T-Shirt – Teil 2. 11.08.2020.

https://www.zdf.de/kinder/purplus/eric-sucht-das-faire-t-shirt-teil-2-104.html (Zugriff: 07.03.2021).

[7] The Weather Company International, Welche Länder versinken, wenn der Meeresspiegel steigt. 14.07.2017, Zugriff: 07.03.2021.

[8] Galileo: Die dramatischen Folgen des Klimawandels.

https://at.galileo.tv/video/die-dramatischen-folgen-des-klimawandels/ (Zugriff: 07.03.2021).

[9] Youtube, Klimawandel – Inseln gehen unter. 03.08.2018, Zugriff: 07.03.2021.

[10] Youtube: Land unter: Fidschi und der Klimawandel.

https://m.youtube.com/watch?v=G7NVeHbrUbU (Zugriff: 07.03.2021).

[11] The Weather Company International, Welche Länder versinken, wenn der Meeresspiegel steigt. 14.07.2017, Zugriff: 07.03.2021.

[12] Youtube: Klimawandel schlägt zu: Komplette Insel vom Ozean verschlungen.

https://m.youtube.com/watch?v=472ySTBN3ng (Zugriff: 07.03.2021).